Beleg A Schwerpunkt 1 · Freiheit und Selbstverantwortung
Beobachtung
Kantonale Bewilligungs- und Meldepflichten nehmen seit Jahren zu. Der Bund hat mit dem SECO KMU-Test ein Instrument geschaffen, das die Auswirkungen von Bundesgesetzen auf KMU prüft — kantonal ist die Praxis uneinheitlich. Der Kanton Zürich führt seit RRB 943/2022 eine Regulierungsfolgenabschätzung durch. Der Kanton Luzern kennt eine solche systematische Prüfung in dieser Form nicht.
Meine Haltung
Wo Menschen und Unternehmen entscheiden können, sollen sie es dürfen — und für die Folgen einstehen. Der Staat schützt Grundrechte, Eigentum, Sicherheit und schafft verlässliche Rahmenbedingungen. Was darüber hinausgeht, muss seinen Nutzen belegen.
Konkrete Vorschläge
- Regulierungsfolgenabschätzung (RFA) für den Kanton Luzern einführen — schlank, nach dem Vorbild Zürichs, mit Prüfung des Umsetzungsaufwands für KMU und Gemeinden vor Verabschiedung.
- Sunset-Klauseln prüfen. Neue Erlasse mit erheblichen Bewilligungspflichten laufen nach fünf Jahren automatisch aus, wenn der Kantonsrat sie nicht ausdrücklich verlängert.
- Meldepflichten periodisch überprüfen. Alle bewilligungs- und meldepflichtigen Sachverhalte werden im Legislaturrhythmus einer Nutzenprüfung unterzogen.
- Verwaltungshandeln nachvollziehbar begründen. Jede kantonale Verordnung enthält eine kurze, öffentliche Begründung des angestrebten Nutzens und der akzeptierten Kosten.
Nutzen
Weniger toter Regulierungsstock, geringere administrative Kosten für KMU und Verwaltung, mehr Zeit für die Verwaltung, sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren.
Einwände, die man ernst nehmen muss
- Sunset-Klauseln können Rechtsunsicherheit erzeugen. Antwort: nur für neue, prüfungsintensive Vorschriften; Investitionsschutz durch Übergangsfristen.
- RFA ist selbst Aufwand. Antwort: schlanker Instrumentenkasten, keine Vollkopie Zürichs; Priorisierung nach voraussichtlichem Regulierungskostenumfang.